top of page

Die SchwarzPappel - Populus nigra

Inhalt des Beitrages



Babisnauer Pappel zum Supervollmond am 14.11.2016; www.spektrum.de
Babisnauer Pappel zum Supervollmond am 14.11.2016; www.spektrum.de

Die Schwarzpappel ist ein Baum, der sich außer im Norden Russlands, Skandinavien, Schottland und Irland überall in EurAsien und auch in Nordafrika zuhause fühlt, wenn die Lebensbedingungen, wie gutdurchlüftete Kies- und SandBöden und ein schönes sonniges Plätzchen, stimmen. Und noch eines ist der Schwarzpappel aus der Familie der Weidengewächse wichtig – Wasser. Häufig ist sie an Flussläufen und Uferauen anzutreffen, was auch ihre alten Namen wie Rheinbaum oder Saarbaum hergeben. Wenn sie ein ungestörtes und gutes Plätzchen gefunden hat, kann ihr ein langes Leben beschert sein, in dem sie eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern mit einem stattlichen Stammesumfang von bis zu 3 Metern erreichen kann. Wenn man in der Natur so ein altes Exemplar gefunden hat, steht man nicht selten vor einem knorrig und wulstigen Baumwesen, welches durch seine buckelige und bizarre Erscheinung bei kreativen Menschen der Phantasie Flügel wachsen lässt. Die manchmal riesigen Wulsten und Buckel, die die tief gefurchte graue Rinde abwechseln, sind zumeist durch Bakterien entstandene Wucherungen, die wirklich imposante Formen bilden können. Auch darin ist sie ihrer Verwandten der Weide sehr ähnlich.



Zurückblickend, habe ich irgendwann einmal festgestellt, dass ich schon seit Kindestagen eine enge Verbundenheit mit der Schwarzpappel verspürte und verspüre, auch deswegen, weil ich im Nachhinein einmal festgestellt habe, dass sie immer an Orten stand, wo mir, sagen wir mal so, in irgendeiner Form das Schicksal begegnete oder ich sehr anstrengende Lebenssituationen durch gestanden habe, daher kann ich mich an einige Exemplare bis ins Detail gut erinnern. Sie standen mir zur Seite und haben mich behütet. Bei einer Recherche bin ich dann auf den Jahres- und BaumKalender gestoßen und habe mich gar nicht mehr gewundert, dass die Pappel nach diesem alten europäischen NaturHoroskop mein Geburtsbaum ist.

Hier wird zwar nicht zwischen der grazilen und Ballerinen-gleichen WeißPappel und der eher robusten, beinahe mystisch anmutenden und knorrigen Schwarzpappel unterschieden, aber ich fand mich gleich in der Schwarzpappel wieder -wir passen einfach besser zu einander. Dieses BaumHoroskop ist für mich wirklich eine sehr interessante Sache, weil ich Bäume als hohe Wesen erachte und wahrnehme und sie ganz deutlich mit Charaktereigenschaften identifiziere. Ich habe Menschen getroffen, die hätten ihren Geburtsbaum in der Natur nicht einmal identifizieren können, geschweige denn sagen können, ob es ein Laub- oder Nadelbaum ist und andere wiederum, konnten so gar nichts mit ihm anfangen. Zuweilen dachte ich dann: «Das liegt aber nicht am Baum...» und sagte ganz liebreizend und lächelnd: «Solltest du dich mal mit beschäftigen – mit DIR und dem Baum...»




Die Pappel schwingt sich Grün und leicht im Wind.

Sanft gestreichelt, schmiegt und wiegt sich wie ein Kind.

Flüstert raschelnd vor Glück: Du lieber Wind.

Da höre, sehe, fühle ich und merke: Wir sind!

Peter Rubin



Die Schwarzpappel in der Heilkunde

Die heilkundliche Verwendung der Schwarzpappel geht bis in das Altertum zurück. Die stark gerbstoffhaltige Rinde der jungen Zweige ist ein fiebersenkendes Mittel. Meist wird das Rindenpulver zusammen mit Eichen- und Silberweidenrinde gemischt. Am häufigsten werden in der Naturheilkunde die noch geschlossenen Knospen der Schwarzpappeln verwendet. Das ätherische Öl und die Glykoside machen einen großen Teil der heilsam wirkenden Inhaltsstoffe aus.




Die Heilwirkung der Schwarzpappel bei:

Blähungen

Bronchitis

Erkältung

Fieber

Hautflechte

Schrunde

Zahnschmerzen


Die Schwarzpappel wirkt:

antiseptisch (keimtötend)

auswurffördernd

fiebersenkend

tonisierend

magenwirksam (verdauungsfördernd)

wundheilend


Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Schwarzpappel:

Pappelknospen enthalten:

ätherisches Öl, Wachs, Bitterharze, Kaffeesäure und Gallussäure, die Glykoside Populin und Salicin, Flavonglykosidhrisin und Farbstoffe.


Die Rinde enthält:

Alkaloide, Phenolglucoside, Flavonoide, Gerbstoffe und höhere Kohlenwasserstoffe.


Die Blätter enthalten:

Soprenoide, Carotinoide, Alkaloide, organische Säuren und Phenolcarbonsäuren.



 


Die Schwarzpappel in der russischen Medizin & Volksmedizin


In der wissenschaftlichen und volkstümlichen Medizin Russlands werden seit langem die Blattknospen und Knospen der männlichen Ähren verwendet, solange sie noch klebrig und harzig sind. Die Rinde und die Blätter dienen als medizinisches Rohmaterial.



Zubereitungen aus Pappeln haben entzündungshemmende, schmerzlindernde, beruhigende, fiebersenkende, schweißtreibende und wundheilende Wirkungen. Pappelknospen im zeitigen Frühjahr, im März-April, sammeln, wenn sie sich gerade zu öffnen beginnen, aber noch hart genug sind und beim Trocknen nicht zerbröckeln.


Aufguss und Tinktur der Knospen werden zur Behandlung von Wunden, Geschwüren, Dermatitis, in der gynäkologischen Praxis - bei trichomonadischer Kolpitis - verwendet.


Innerlich werden sie als harntreibendes und die Ausscheidung von Harnsäure beschleunigendes Mittel, fiebersenkend, entzündungshemmend (bei Polyarthritis) und beruhigend eingenommen.


Bäder aus wässrigem Aufguss der Blätter werden als Beruhigungsmittel verwendet. Bei Klingeln und Lärm im Kopf wird frischer Saft in warmer Form in jedes Ohr gespritzt. In diesem Fall wird das Ohrläppchen leicht nach hinten gezogen.


Frischer Pappelblattsaft lindert Zahnschmerzen.


Schwarzpappelknospen-Salbe wird manchmal als schmerzlinderndes und adstringierendes Mittel verwendet.


Rezepte der Volksmedizin aus Schwarzpappel

Aufguss: 20 g Knospen mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 2 h ziehen lassen, abseihen. Nehmen Sie 1 EL. Löffel 2-4 mal täglich bei Erkrankungen der oberen Atemwege, Blasenentzündung, Darmatonie, Neurosen, Hämorrhoiden, Gicht.

Auch bei erhöhter nervöser Erregbarkeit nimmt man einen Aufguss (1:10) von 1-2 Esslöffeln 3-4 mal am Tag.

Bei Nerven- und Sehnenschäden: 1/3 Tasse frische Knospen mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und mit einem warmen Tuch bedecken. Eine Bandage getränkt in dieser Infusion, auf die wunde Stelle legen und täglich wechseln.


Tinktur wird mit 40%igem Alkohol oder Wodka im Verhältnis 1:10 zubereitet. 2 Wochen lang ziehen lassen, abseihen. 20-30 Tropfen 3-4 mal täglich zu den Mahlzeiten bei Tuberkulose, Rheuma, Gicht, Fieber, Blasenentzündungen, Erkältungen einnehmen.


PappelÖl: Ein Teil Knospen mit 2 Teilen in Pflanzenöl vermischt, 30 Minuten bei schwacher Hitze gekocht, 15 Tage stehen lassen und dann abseihen. Äußerlich anwenden zur Behandlung von Wunden, Geschwüren, Dermatitis.


Knospen in Pflanzenöl gekocht in einem Verhältnis von 1:10, hat eine analgetische Wirkung bei Urolithiasis. Das Öl wird 1 Teelöffel, 3 mal am Tag mit den Mahlzeiten eingenommen.


Bei Rheuma, Juckreiz der Haut, Haarausfall wird eine Salbe aus den Knospen empfohlen.

Es ist äußerlich auch bei Gicht, Gelenkerkrankungen, trichomonadal Kolpitis, Furunkel, eitrige Wunden, Verbrennungen, Hämorrhoiden, rissige Lippen und Brustwarzen, mit Staphylokokken-und Pilzerkrankungen der Haut verwendet.

Zur Herstellung der Salbe werden 3 Esslöffel gut zerkleinerte Knospen nach und nach mit 3 Esslöffeln ungesalzener Butter vermischt. Im Kühlschrank für 5-10 Tage aufbewahren.


Aus der «De Materia medica» von Pedanius Dioskurides

Schwarzpappel

Populus nigra (Salicaceae) - Schwarzpappel

Die Blätter der Schwarzpappel mit Essig aufgelegt helfen bei Podagraschmerzen. Das Harz derselen wird Salben zugemischt. Die Frucht mit Essig getrunken hilft denen an Epilepsie Leidenden. Es wird erzählt, dass die Träne, welche am Fluss Eridanos aus ihr quillt, erhärte und zu dem sogen. Bernstein werde, der bei einigen auch Chrysophoron heißt. Beim Reiben ist sie wohlriechend und hat eine goldige Farbe; wird sie fein gerieben getrunken, so wirkt sie gegen Dysenterie und Bauchfluss.



Aus «The complete herbal» von Nicholas Culpeper

DER PAPPELBAUM.Es gibt zwei Arten von Pappeln, die uns am geläufigsten sind, nämlich die schwarze und die weiße, die ich euch beide hier beschreiben werde.Beschreiben]. Die Weiße Pappel wächst groß und ziemlich hoch, ist mit einer dicken, glatten, weißen Rinde bedeckt, besonders an den Zweigen; sie hat lange Blätter, die in mehrere Abteilungen geteilt sind, fast wie ein Weinblatt, aber auf der Oberseite nicht von so tiefem Grün und auf der Unterseite reifweiß, von ziemlich gutem Geruch, die ganze Form entspricht der Form des Huflattichs. Die Kätzchen, die er vor den Blättern hervorbringt, sind lang und von schwach rötlicher Farbe, fallen ab und tragen selten gute Samen mit sich. Das Holz ist glatt, weich und weiß, sehr fein gewellt, wodurch es sehr geschätzt wird.

Die Schwarzpappel wächst höher und gerader als die Weißpappel, hat eine gräuliche Rinde und trägt breite grüne Blätter, ähnlich wie Efeublätter, die nicht wie bei der Weißpappel an den Rändern eingeschnitten sind, sondern ganz und eingedellt, in einer Spitze enden und unten nicht weiß sind, sondern an schlanken langen Fußstielen hängen, die mit der Luft ständig geschüttelt werden, ähnlich wie die Blätter der Espe. Die Kätzchen sind größer als die der Weißen und bestehen aus vielen runden, grünen Beeren, die wie in einem langen Büschel zusammenhängen und viel Flaum enthalten, der, wenn er reif ist, vom Wind weggeblasen wird. Die klebrigen Knospen werden, bevor sie sich zu Blättern entwickeln, zu Unguentum und Populneum gesammelt und sind von gelblichgrüner Farbe, etwas klein, süß, aber stark. Das Holz ist glatt, zäh und weiß und lässt sich leicht spalten. An diesen beiden Bäumen wächst eine süße Masse, die in früheren Zeiten zur Herstellung von Salben verwendet wurde.Ort: Sie wachsen in feuchten Wäldern und an Ufern von Gewässern an verschiedenen Orten dieses Landes; doch ist die Weiße nicht so häufig wie die andere.Zeit] Ihre Zeit wird ebenfalls vorher ausgedrückt: Die Kätzchen kommen am Ende des Sommers vor den Blättern hervor.Herrschaft und Tugenden: Saturn hat die Herrschaft über beide. Die Weißpappel, sagt Galen, hat eine reinigende Eigenschaft: Das Gewicht einer Unze Pulver von ihrer Rinde ist, wenn man es trinkt, sagt Dioskurides, ein Heilmittel für diejenigen, die von Ischias oder Würgereiz geplagt werden. Der Saft der Blätter, warm in die Ohren geträufelt, lindert die Schmerzen in den Ohren. Die jungen feuchten Knospen oder Augen, bevor sie zu Blättern ausbrechen, zerdrückt undund ein wenig Honig darauf geträufelt, ist eine gute Medizin gegen Sehschwäche. Die Schwarzpappel gilt als kühlender als die Weißpappel, und deshalb helfen die mit Essig zerstoßenen und aufgelegten Blätter bei Gicht. Der in Essig getrunkene Samen gilt als gut gegen die Fallsucht. Das Wasser, das aus den hohlen Stellen dieses Baumes tropft, nimmt Warzen, Stöße, Quaddeln und andere ähnliche Ausbrüche des Körpers weg.

Die jungen Knospen der Schwarzpappel, sagt Matthiolus, werden von den Frauen viel zur Verschönerung ihres Haares verwendet, indem sie sie mit frischer Butter zerdrücken und abseihen, nachdem sie einige Zeit in der Sonne gelegen haben. Die Salbe, genannt Populneon, die aus dieser Pappel gemacht wird, ist außerordentlich gut für alle Hitze und Entzündungen in jedem Teil des Körpers, und mildert die Hitze von Wunden. Es wird häufig verwendet, um die Milch in den Brüsten der Frauen auszutrocknen, wenn sie ihre Kinder entwöhnt haben.



 

Wissenswertes über die Schwarzpappel


Von den Knospen geht ein süßlicher Geruch aus. Es handelt sich hierbei um ein klebriges Harz (Cutin), welches Bienen sammeln, um daraus Propolis herzustellen.


In Deutschland wird die ursprüngliche Wildform der Schwarz-Pappel in den Roten Listen der Farn- und Blütenpflanzen bundesweit als «gefährdet» eingestuft. Gleichwohl ist Pappelholz derzeit am Markt das billigste Holz überhaupt???...


In Deutschland wurde die Schwarz-Pappel zum Baum des Jahres 2006 gewählt. Damit soll einerseits auf die Seltenheit aufmerksam gemacht werden – es werden landesweit nur noch einige Tausend echter Schwarzpappeln vermutet, andererseits auch auf die Bedrohung der Biotope in Flussauen.

Das Holz der Schwarz-Pappel ist auch wegen seiner durch Bakterien verursachten Maserknollen bei Skulpturenschnitzern sehr beliebt.


Babisnauer Pappel

Die Babisnauer Pappel, eine Schwarzpappel bei Babisnau, in Sachsen, ist eine der berühmtesten deutschen Pappeln. Sie steht zusammen mit einer Bismark-Eiche exponiert auf einer Hochfläche südlich von Dresden und ist als Landmarke weithin sichtbar.



Der Babisnauer Gutsbesitzer Johann Gottlieb Becke pflanzte die Pappel 1808 als Grenzbaum an der Grenze seines Besitzes. Sie ist seit dem Jahre 1936 als Naturdenkmal ausgewiesen. Die über 200 Jahre alte Pappel hat einen Stammumfang von sage und schreibe 5,1 Metern.



Der Pappel-Wendelauf

Im Jahr 1991 fand zu Silvester der erste Wendelauf um die Babisnauer Pappel statt. Seitdem hat sich der jährliche Volkslauf im Sportkalender von Dresden etabliert. Gegen Ende der 1990er Jahre hatten am Wendelauf, der kein Wettkampf ist, bereits über 300 Läufer, Wanderer und Radfahrer teilgenommen.



Der Wendelauf findet zweimal jährlich, als Sommersonnenwendelauf und als Jahreswendelauf an Silvester, statt. Bei diesem Volkslauf ist der Start- und Zielpunkt beliebig, die Wende an der Hälfte der Strecke ist aber stets die Babisnauer Pappel, wo es im Winter gratis Glühwein und im Sommer Sekt gibt. Auch Verpflegung wird dort ausgegeben. Die Art der Fortbewegung spielt keine Rolle. So haben im Winter auch schon Skiläufer teilgenommen, auch einen Reiter gab es bereits.


Die Legende der Babisnauer Pappel als Friedensbotschafterin

Einer Legende nach blüht die Pappel immer dann, wenn das Ende eines Krieges bevorsteht. Eine Schwarzpappel blüht nicht in jedem Jahr. Die Pappel soll im Jahr 1870 geblüht haben und das Ende des Deutsch-Französischen Krieges im Jahr 1871 angezeigt haben. Ein weiteres Mal blühte der Baum im Jahr 1918 zum Ende des Ersten Weltkrieges. Im Frühjahr 1943 stand die Pappel erneut in Blüte und trug Früchte in großer Fülle. Der deutsche Romanist Victor Klemperer schrieb am 23. Mai 1943 in seinem Tagebuch, dass die Babisnauer Pappel blühte und dem Aberglauben nach der Krieg bald zu Ende gehen würde. Im Jahr 1947 erwähnte Klemperer diese Legende auch in seinem Werk «LTI – Notizbuch eines Philologen». Er schrieb, dass die Babisnauer Pappel nur selten blühe und dass ihm erzählt worden sei, sie habe auch bei allen anderen Kriegen im 19. Jahrhundert geblüht. Bei der Pappelblüte im Jahr 1943 war die Legende vom Ende des Krieges weit über Dresden hinaus bekannt. So wurde aus Oberschlesien berichtet, dass bei Dresden eine Pappel steht, bei deren Blüte der Krieg zu Ende geht. Menschen, die von der Wunderblüte gehört hatten, kamen aus fernen Gegenden, um die Pappel aufzusuchen. Zwei Jahre später, im Mai 1945, endete endlich der grauenvolle Weltkrieg.




Quellen:

Comments


© Copyright Maren Kunst
bottom of page